Roman

Leseproben aus meinem ersten Roman "Hinter der Tür" (Arbeitstitel), der sich derzeit auf Verlagssuche befindet.


Kurzinhalt: Nachdem Lena Anders von Ihrem Freund verlassen wird, gerät die 32-jährige Frau von einer Katastrophe in die nächste. Wird sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen? Und welche Rolle spielt Thilo dabei? Kann er ihr helfen das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu lüften?


1.
"Ich liebe dich."
Zärtlich küsst er mich auf die Nasenspitze. Meine Augen leuchten. Er streicht über meine seidenen Haare, die mir in sanften Wellen über den Rücken fallen und bis zum Hintern reichen. Wow, sehe ich toll aus! Ich sehe aus wie ... Angelina Jolie, so scharf ... und er auch. Wie Brad Pitt. Blonde Haare und diese Augen ... soo blau ... Was sagt er? Warum schreit er plötzlich so? Ich bin doch nicht taub ...
Der Wecker kreischte ... Ich verkroch mich unter meiner Bettdecke. Brad, ich liebe dich doch. Wo bist du? Der Wecker kreischte lauter. Schneller. In meinem Kopf spielte ein Orchester. Ich drehte mich um, versuchte weiter zu schlafen. Der Wecker schwieg. Brad auch.
"Guten Morgen, Süße! Gut geschlafen?"
"Wer bist du denn?"
Auf jeden Fall nicht Brad. Wer war das? In meinem Bett! Warum konnte ich mich nicht erinnern? Der Mann räkelte sich und wollte mir einen Kuss geben. Ich drehte mich weg. Langsam dämmerte es mir. Gestern Abend. In meinem Kopf hämmerte es weiter. Ich wollte ihn nicht sehen, lief schnell mit der Bettdecke vor meinem Körper ins Bad und sprang unter die Dusche. Genoss das warme Wasser auf meiner Haut und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen.
Als ich in meinem Bademantel und einem kunstvoll geschwungenen Handtuch auf dem Kopf zurück ins Schlafzimmer schlappte, war er verschwunden.


2.
... [I]ch musste noch Kartoffeln aus dem Keller holen. Meine Beine flitzten die Treppe herunter, eine Stufe nach der anderen. Die Treppen kamen mir heute endlos vor. Ich lief in die nächste Etage und in die nächste. Wie viele Etagen waren das? Dabei wurde ich immer kleiner und kleiner. Jünger.
"Lena, nicht, bleib hier, du darfst da nicht rein."
Wer rief mich? Ganz langsam drehte ich mich um, konnte aber niemanden sehen. Plötzlich wurde es dunkel. Meine Kehle war zugeschnürt. Die Haut brannte. Vor mir war eine Tür. Ich zitterte. Alles drehte sich, mir wurde schwindelig. Ich drehte mich. Im Kreis. Die Tür wurde immer größer und verschwamm vor meinen Augen. Plötzlich ertönte ein lauter Schrei. Wer war da? Ein Kind? Warum schrie das Kind? Wer war das Kind? Kein Kind zu sehen. Doch. Ich sah mich, nur kleiner, höchstens fünf Jahre alt. Mein Papa hatte mich in den Keller geschickt. Kartoffeln für das Abendessen zu holen. Jetzt erkannte ich die Stimme meiner Mutter. Sie rief mich zurück. Doch es war zu spät. Die Tür öffnete sich. Grelles Licht. Ich schrak zurück, hielt mir eine Hand vor die Augen, wollte wissen, was hinter dieser Tür war. Schweiß lief mir langsam den Rücken herunter. Schweißgebadet wälzte ich mich, wachte ganz langsam auf und rieb mir schlaftrunken die Augen, trank einen Schluck Wasser. Erwachsen lag ich in meinem sicheren Bett. Wieder dieser Albtraum! Noch hatte ich nicht herausgefunden, was sich hinter dieser Tür befand. Entweder konnte ich keinen Schritt weiter gehen, oder ich wurde wach, wie heute. Was hatte das zu bedeuten? Habe ich geschrien? Aber warum? Und warum wiederholte sich dieser Traum in letzter Zeit immer häufiger?